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Lizenz- und Ausbildungssystem im Deutschen Behinderten-Sport-Verband Bericht als PDF-Datei anzeigen Diesen Bericht drucken
Geschrieben von Jan-Hendrik Kummert   
 
am 14-06-2010 18:58

Wer einen Sport-Beruf im medizinischen Bereich hat wie z.B. Sportwissenschaftler, Gesundheits-bzw. Personal-Trainer, Sportlehrer, Trainer, Physio-Therapeuten, Krankengymnasten oder auch Sport-Ärzte, ist auf eine gute Ausbildung bzw. Weiterbildung angewiesen, um auf dem aktuellsten Wissensstand zu bleiben.

Der Deutsche Behinderten-Sport-Verband (DBS) mit seinen Landesverbänden (siehe unten) bietet ein Ausbildungssystem an, um verschiedene Lizenzen im Bereich des Rehabilitationssports zu erhalten. Viele potentielle Arbeitgeber wie Krankenhäuser, spezielle Rehabilitations-Kliniken oder auch z.B. Orthopädie-Praxen bieten Stellen an, wo eine Lizenz absolut notwendig ist.

Das Lizenz-System des DBS ist kompliziert und vor relativ kurzer Zeit stark erneuert worden.

Zur besseren Veranschaulichung hier eine Grafik über das Ausbildungs-System mit den unterschiedlichen Lizenzen:

 

bersicht_ziel_reha-sport_bungsleiter.gif

 

Der Block 10 dient als Basis für alle Lizenzen des Deutschen Behindertensportverbands

Anhand der Grafik können wir feststellen, das der Block 10 (Allgemeine Informationen über den Rehabilitationssport und allgemeine Grundlagen des Sports) Grundvoraussetzung für alle Lizenzen ist.

Der Kurs umfasst 90 LE. Es werden folgende Grundlagen vermittelt:

Didaktik-Methodik, Biologie / Medizin, Trainings- und Bewegungslehre, Sportorganisation und Sportverwaltung, Behinderungsarten,  Psychologie und Soziologie, Sportpraktischen Beispiele (z.B. Gymnastik, Spiele, Leichtathletik, Schwimmen), Sport-Ernährung, Hospitationen, Lehrübungen, Lernerfolgskontrolle

Allerdings werden Teilnehmer, die schon eine sportrelevante oder medizinischrelevante Ausbildung genossen haben, viele Lerneinheiten erlassen, da das Sportwissen bzw. medizinische Wissen vorhanden ist:

Anerkennung anderer Ausbildungsgänge zu den Ausbildungsblöcken im DBS

Teilnehmer an den Ausbildungsgängen können bestimmte Inhalte bei Vorliegen eines jeweils nachgewiesenen abgeschlossenen Ausbildungs- und/oder Studienganges erlassen werden. Die Entscheidung über eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist immer als Einzelfallentscheidung auf Antrag zu treffen.

Berufsgruppen, die den Block 10 verkürzen können:

Dipl.-SportlehrerIn, SportlehrerIn (Lehramt), Dipl.-SportwissenschaftlerIn, Magister Sportwissenschaft, Bachelor/Master (Sportwissenschaft,Sportmanagement,Lehramt Sport), Dipl.-SportlehrerIn (Behinderten-/Rehasport),Bachelor/Master (Sportwissenschaft– Rehabilitationssport), MotopädagogeIn o. ä. , SonderpädagogeIn, (Fach Sport, Bewegungserziehung)
PhysiotherapeutIn, Med. BademeisterIn, GymnastiklehrerIn, FÜL-Lizenz eines anderen Fachverbandes, C-Lizenz Übungsleiter des
LSB (früher: A-Lizenz), Trainerlizenz Spitzenverband

Wieviel verkürzt wird, sollte direkt beim DSB oder bei den Landesverbänden des deutschen Behindertensports erfragt werden.

Hast Du nun den Block 10 als Grundausbildung erfolgreich absolviert, kann unter 6 Blöcken wählen, um sich zu spezialisieren und die jeweilige "Rehabilitations-Lizenz" zu erhalten:

Orthopädie, innere Medizin, Sensorik, Psychiatrie, Neurologie und geistige Behinderung. Die Blöcke (Lizenzen) "Prävention" und "Trainer" sind seperat unterteilt.

Jeder Block umfasst 90 Lerneinheiten (Didaktik/Methodik, Medizin, Sportpraktische Beispiele, Trainings- und Bewegungslehre, Psychologie und Soziologie, Sportorganisation und Sportverwaltung, Ernährung, Lehrproben und Hospitationen, Lernerfolgskontrolle, Hausarbeit / Heimstudium, 1. Hilfe-Kurs [in der Regel nicht im Lehrgang vermittelt, sondern als Nachweis]) mit Ausnahme des Blocks "Innere Medizin" (hier sind 120 Lerneinheiten notwendig).

Um den Abschluss als "Übungsleiter innere Medizin", "Orthopädie, "Neurologie", "Sensorik", Übungsleiter "Psychiatrie'" oder Übungsleiter Reha-Sport bei Menschen mit "geistiger Behinderung" zu erhalten, müssen jeweils 90 Lerneinheiten absolviert werden.

Übersicht über die einzelnen Lizenzen im Reha-Sport:

Block 40: Rehabilitationssport bei Krankheiten und Behinderungsformen der Inneren Medizin: Übungsleiter B "Rehabilitations-Sport, Profil "Innere Medizin"

Block 30: Rehabilitationssport bei Behinderungen im Bereich der Orthopädie: Übungsleiter B "Rehabilitations-Sport, Profil "Orthopädie"

Block 50: Rehabilitationssport bei Behinderungs- und Krankheitsformen der Sensorik: Übungsleiter B "Rehabilitations-Sport, Profil "Sensorik"

Block 60: Rehabilitationssport bei Behinderungs- und Krankheitsformen der Neurologie: Übungsleiter B "Rehabilitations-Sport, Profil "Neurologie"

Block 70: Rehabilitationssport bei Behinderungs- und Krankheitsformen der geistigen Behinderung, Übungsleiter B "Rehabilitations-Sport, Profil "Geistige Behinderung"

Block 80: Rehabilitationssport bei Behinderungs- und Krankheitsformen der Psychiatrie: Übungsleiter B "Rehabilitations-Sport, Profil "Psychiatrie, psychische Krankheiten"

Getrennt vom "Rehabilitationssport" werden nun zum einen der Block 90 "Präventionssport für Menschen mit Behinderung"(hier erhält man den Abschluss Übungsleiter Präventionssport) und Block 200 (Übungsleiter "Breitensport") oder sogar mit Block 500 (Trainer "Leistungssport") die "Profi-Trainer-Lizenz.

Wichtig ist aber: Um eine Lizenz zu erhalten, muss nach der Ausbildung diese beantragt und durch einen Verein bestätigt werden, dass Ihr für den Verein auf einem der Gebiete arbeiten werdet bzw. schon tätig seit. Der Verein muß nicht zwangsweise Mitglied des jeweiligen Landesverbands sein, wo Ihr die Ausbildung absolvieren möchtet. Kann aber in den Kosten stark variieren. Zudem sollte der Verein selbst Mitglied im DBS sein.

Ihr seht, der Weg ist steinig und schwer aber es lohnt sich!

Die aktuellen Ausbildungs- und Fortbildungstermine erhaltet Ihr auf der Website des DBS--->Lehrgangsplan des Deutschen BehindertenSportVerbands 2010

Auf den einzelnen Landesverbänden des Deutschen Behinderten-Sport-Verbands erhaltet Ihr weitere Informationen:

Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen: Rehasport-Nordrhein-Westfalen,Rehasport-NRW,aktiv-dabei,Rehabilitationssport

Behinderten Sportverband Niedersachsen: Der Behinderten-Sportverband Niedersachsen ist Fachverband für Rehabilitations-, Breiten- und Leistungssport. Im Behinderten-Sportverband Niedersachsen e.V. (BSN) sind über 540 Vereine und Abteilungen mit mehr als 40.000 Mitgliedern organisiert.

Behinderten-Sportverband Berlin e.V. Fachverband R Fachverband: Behindertensport,Berlin,Schwimmen,IDM,Rehabilitationssport,Rehasport,Paralympics,Roth, RSD, Median, Deutschland, e.V., behindertensportverband,IPC, international, paralympic, day, bsberlin, rollstuhlsport, gesundheitssport, behindertensportverein, sportverein, behinderten, elektro-rollstuhlhockey, frese, rehabilitationssport, adipositas, kleinkinderturnen, sitzvolleyball, sporttherapie, paralympics, fortbildung, thomas roth reha, wheels, rvo, psychomotorik, behinderte, judo, geistiger behinderung

Willkommen auf der WebSite des Behindertensportverbandes Brandenburg: Der Behinderten-Sportverband Brandenburg e.V. versteht sich als Ansprechpartner bei Fragen zu Bewegung, Sport, Spiel und Freizeit Behinderter, chronisch Kranker und von Behinderung Bedrohter.

Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz: Der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz ist ein moderner Sportverband.
Er steht grundsätzlich allen Menschen offen, die sich sportlich betätigen wollen.
Das Leistungsspektrum des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbandes Rheinland-Pfalz umfasst drei Säulen:

Breitensport, Leistungssport, Reha-Sport. In allen drei Bereichen unterstützt der Verband die Vereine, die aktiven Sportler und Sportlerinnen sowie alle Interessenten durch gezielte Maßnahmen: Interessenten vermittelt der BSV entsprechende Vereine und Angebote und berät ggf. bei der Auswahl der Sportaktivität.

Vereine erhalten umfangreiche Hilfen in allen Bereichen, wie z.B. in Rechts- und Finanzfragen und bei der Gründung neuer Sportgruppen. Für Übungsleiter/innen gibt es ein umfangreiches Angebot an Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen.

Der BSV unterstützt Leistungssportler bei ihrer Teilnahme an Wettkämpfen und Meisterschaften. Übergreifend organisiert und unterstützt der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz Sport- und Spielfeste, Lehrgänge sowie Sportfreizeiten.

Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern e.V.: Der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern e. V. (BVS Bayern) gehört mit ca. 35.000 Mitgliedern in rund 450 Vereinen in 7 Bezirken zu den größten Behindertensportverbänden in Deutschland. Der moderne Verband bietet alle Arten des Sports für u.a. Amputierte, Diabetiker, Gefäßerkrankte, Wirbelsäulenerkrankte, Geistig Behinderte, Krebsnachsorgepatienten, psychisch Erkrankte wie auch für Menschen ohne Behinderung. Das ehrenamtliche Präsidium koordiniert gemeinsam mit den Sportwarten und Abteilungsleitern und der Landesgeschäftsstelle in München die vier Säulen des Behindertensports: Integrations-, Leistungs-, Breiten- und Rehabilitationssport.

Im Leistungs- und Breitensport stehen über 40 Sportarten zur Wahl. In vielen dieser Sportarten werden Wettkämpfe auf regionaler, Landes- und Bundesebene sowie internationale Turniere angeboten und ausgerichtet. Im Breitensport werden zusätzlich zahlreiche Sport- und Spielfeste, Freizeiten für Kinder und Erwachsene sowie spezielle Kurse organisiert, die allen Interessenten offen stehen.

Im Rehabilitationssport bietet der BVS Bayern mit speziell vom ihm ausgebildeten und lizensierten Übungsleitern in zahlreichen Rehabilitationssportgruppen Möglichkeiten an, sich mit der besonderen Problematik der erworbenen Behinderungen auseinandersetzen.

Neue Wege beschreitet der Verband beim Integrationssport, den er sich verstärkt auf die Fahne geschrieben hat. Zurzeit eröffnen mit der Initiative und Unterstützung des BVS Bayern die ersten Erlebten Integrativen Sportschulen (EISs), deren Gütesiegel EISs rechtlich geschützt wurde.
BVS Bayern, Behindertensport, Sportangebot für Behinderte, Leistungssport für Behinderte, Breitensport für Behinderte, Jugendsport für Behinderte, Rehasport für Behinderte, Sport für Menschen mit Behinderung, Sport für geistig Behinderte, Menschen mit geistiger Behinderung, Paralympics, Übungsleiter, Freizeiten für Behinderte, barrierefrei, barrierefreies Hotel, Unterjoch, Haus Unterjoch, Kurse für Behinderte, behindertengerechte Unterkunft, Verband, Frauen Behinderte, Mädchen Behinderte

SBV - Sächsicher Behinderten- und Versehrtensportverband e.V: Sächsischer Behinderten- und Versehrtensportverband e.V.,Behindertenport in Sachsen

Hessischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband: Der Behindertensport leitet sich ab durch die kriegsbeschädigten Männer und Frauen. Damit wurde diesen wieder Spaß an Sport, Spiel und Bewegung ermöglicht.Somit wurde um 1952 der Behindertensport in Darmstadt gegründet. Landesvorsitzender war Herr Dr. Axt und Geschäftsführer Rudi Hillinger. Nach dessen Tod wurden die Geschäfte von Nanni Seipp weitergeführt.

1970 ist die Geschäftsstelle nach Wiesbaden umgezogen. Schatzmeister war Manfred Neumann und Mitarbeiter Ruth Krause und Karl-Hermann Müller, der später das Präsidentenamt übernahm. 1973 ist die Geschäftsstelle nach Fulda gezogen, wo sie heute noch ist.

1990 erweiterte sich das sportliche Angebot um den Rehabilitationssport. Aus diesem Grunde fand eine Umbenennung in Hessischer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V. statt. Die Durchführung und Förderung des Rehabilitationssport zwischen den Verbänden der Krankenkassen in Hessen mit dem Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V., vertreten durch Karl-Hermann Müller, Präsident des HBRS sowie der Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen in Hessen e.V., vertreten durch Frau Prof. Dr. med. Ingeborg Siegfried, wurde am 01.01.1994 vereinbart.

Heute betreut der HBRS landesweit ca. 33.000 Mitglieder, ca. 400 Vereine und 1.100 Sportgruppen.

Rehabilitations- und Behinderten-Sportverband Schleswig-Holstein e.V.

Behinderten-Sportverband Hamburg e. V.: Der BRSH Hamburg ist der Sportfachverband für den Behinderten- und Rehabilitationssport in Hamburg. Behindertensport, Rehabilitationssport, Behindertensportverband, Integrationssport, Leistungssport, Sledge-Eishockey, Rollstuhlbasketball, BRS, Hamburg, BRSH

Die Hauptaufgaben des BRS Hamburg liegen in der Förderung des Leistungs-, Breiten-, Integrations- und Rehabilitationssports für behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen, Beratung und Information von Interessenten an Behinderten- und Rehabilitationssportangeboten, Beratung und Informationen von Mitgliedsvereinen und -organisationen, Durchführung und Organisation von Sportveranstaltungen auf Landesebene, Ausbildung und Lizenzierung von Übungsleitern, Anerkennung von Rehabilitationssportgruppen gegenüber den Rehabilitationsträgern.

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Letztes Update: 17-06-2010 10:41

Veröffentlicht in : Sportjobs/Sportberufe, Aus- und Fortbildung/Lizenzen/Seminare Sportberufe

Benutzerkommentare (1) RSS feed Kommentar
Geschrieben von Bayern München Rehabilitation, am 15-06-2010 22:40, , Gast
1. Danke für den Bericht
Mir war lange unklar, wie sich das Lizenzsystem und die Struktur des Deutschen Behinderten-Sportverbands genau aufbaut. Jetzt ist mir einiges klarer geworden. Ich werde jetzt die Präventions-Lizenz anstreben und hoffentlich erfolgreich abschliessen. 
 
Danke nochmal für die ausführliche Aufklärung! 
 
Jutta aus Bayern (München)
 
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